10. Kapitel aus der Chronik von Hans Schabert.
 

So ging (nicht nur) die Gründung Altburgs vor sich

 

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Exemplarisch soll hier eine alte Gründung, die überall ähnlich verlief, beschrieben werden, in diesem Fall jene von Altburg. Auf den 11. Januar 1910 hatte Schultheiß Stoll laut damaligem Gemeinderatsprotokoll den Gesamt-Gemeinderat, Gesamt-Bürgerausschuss sowie den Vertreter des Weilers Spindlershof und – wie es heißt – „eine Anzahl hiesiger Einwohner“ im Rathaus versammelt, um einen Darlehenskassenverein zu gründen. 41 Personen traten  diesem aus den 137 Haushaltungen des damals 785 Einwohner zählenden Dorfs durch Unterzeichnung der Statuten gleich bei und führten anschließend die erste Generalversammlung durch. Erster Vorsteher des Vorstands war Gottlieb Rentschler, der Akziser. In die heutige Sprache übersetzt: der Abgabeneinzieher. Als sein Stellvertreter fungierte Gemeindepfleger Johannes Roller.
 

Als weitere Vorstandsmitglieder hält ein vom königlichen Amtsgericht Calw am 4. Februar 1910 veröffentlichter Eintrag fest: den Maurermeister Jakob Friedrich Starzmann, den Bäcker und Lammwirt Wilhelm Braun und den Bauern Ulrich Burkhardt. Im Aufsichtsrat, dem auch Schultheiß Stoll angehörte, übernahm Pfarrer Richard Eidenbenz den Vorsitz. Als bis zum jeweiligen Zeitpunkt selbstständige Genossenschaften schlossen sich 1966 Altburg und Oberreichenbach zusammen, 1969 stieß Rötenbach zu dem Institut, das sich 1999 mit Calw vereinigte. Weltenschwann hatte sich schon 1930 aufgelöst. Die Mitglieder wechselten nach Altburg, weil ihre Gemeinde mit 180 Einwohnern einfach zu klein war, um eine Genossenschaft zu tragen.